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Spätherbst

(etwa Anfang November bis Anfang Dezember)

Arbeiten im Schulgarten

  • Jetzt ist es auch an der Zeit, zu groß gewordene Stauden zurückzuschneiden, zu teilen und an eine andere Stelle zu pflanzen. Mit welchem Werkzeug gearbeitet wird, hängt von der Pflanze ab. Bei Pflanzen mit sehr holzigen Wurzelstöcken (z.B. Pfingstrosen) kann dazu ein Spaten nötig sein, bei anderen Pflanzen können die Wurzeln mit einer Schere oder mit der Hand voneinander getrennt werden z.B. Fetthenne).
  • Alle anderen Pflanzen sollten stehen gelassen werden: Wenn man die vertrockneten Stängel von Stauden und Gräsern nicht abschneidet, finden darin viele Insekten Unterschlupf für den Winter und zudem sind die Samenstände von vielen Pflanzen auch im abgestorbenen Zustand eine Zier. Beim ersten richtig kalten Tag mit Raureif sollte man auf jeden Fall einen Fotoapparat mit in den Garten nehmen!
  • Johannisbeersträucher sollten nun verjüngt werden. Durch Steckhölzer können sie vermehrt werden.
  • Wenn man das Laub von Wegen und Rasenflächen zusammenrecht, lagert man es am besten unter Hecken und Sträuchern ab. Hier finden viele Insekten und Kleintiere im Winter Unterschlupf und in der entstehenden Humusschicht unter den Gehölzen fühlen sich viele Frühjahrsblüher wie z.B. das Schneeglöckchen, der Elfenkrokus oder der Winterling wohl. Das Laub von Kastanien sollte aber nicht abgelagert oder kompostiert werden: In den letzten Jahren leidet die Gemeine Ross-Kastanie (Aesculus hippocastanum) stark unter einem Schädling, der im Sommer und Herbst oft das gesamte Laub braun werden und vorzeitig abfallen lässt. Die Puppen der Kastanienminiermotte überwintern im abgefallenen Kastanienlaub und können im nächsten Frühjahr wieder schlüpfen, wenn die Blätter liegen bleiben. Um den Miniermottenbefall einzudämmen und die Gesundheit der Kastanien zu fördern, muss deshalb das Kastanienlaub sorgfältig und möglichst vollständig gesammelt und mit dem Restmüll entsorgt oder verbrannt werden. Sorgfältiges Laubsammeln kann den Befall mit den Mottenlarven im nächsten Frühjahr um 2/3 reduzieren!
  • Vor den ersten Frösten erhalten wintersonneempfindliche Stauden einen Schutz aus Fichtenzweigen. Solche Pflanzen erkennt man daran, dass sie über den Winter grüne Blätter behalten. Viele solcher Pflanzen kommen aus Gegenden, in denen im Winter natürlicherweise viel Schnee liegt, der die Blätter vor dem Austrocknen schützt. Ein vollständiges Abdecken der Staudenflächen ist nicht nötig.
  • Solange der Boden noch nicht gefroren ist, kann der Komposthaufen umgeschichtet werden. Dadurch wird die Komposterde belüftet und gelockert. Gut abgelagerter Kompost kann bereits auf die Beete ausgebracht und beim Umgraben in den Boden eingearbeitet werden. Das früher übliche sehr tiefe Umgraben ist außer bei sehr schweren Böden übrigens nicht notwendig, damit die natürliche Schichtung des Bodens erhalten bleibt und die Bodenlebewesen nicht absterben. Ausreichend ist spatentiefes Umgraben, wobei die Wurzelunkräuter abgelesen werden. Die groben Erdschollen werden im Winter vom Frost zerkleinert.

Pflanzenbeobachtungen

  • Mit etwas Glück haben wir einen langen und trockenen Herbst – die Laubfärbung der Bäume strahlt dann besonders intensiv und lange. Ahorne (Acer) und Ginkgobäume (Ginkgo biloba) schmücken sich mit leuchtenden Gelbtönen und die Vogelkirsche (Prunus avium) bringt ein schönes Rot-Orange in die Landschaft.

Tierbeobachtungen

  • Wenn man um diese Jahreszeit noch kleine Igel umherstreifen sieht, ist das nichts Ungewöhnliches. Während die Altigel bereits im Oktober ihr Winterquartier aufsuchen, beziehen die Jungtiere erst bei anhaltenden Bodentemperaturen um Null Grad ihre Schlafstätte, um noch soviel wie möglich Fettreserven anzusetzen. Die beste Nahrungsversorgung wird durch ein naturnahes Gelände sichergestellt, wo sie genügend Regenwürmer und Larven finden. Wenn sie zu wenig Nahrung finden, sind sie auch tagsüber aktiv – hier kann man den Igeln helfen, indem man ihnen abends ein Schälchen Katzen- oder Hundefutter hinstellt. Bitte keine Milch geben! Nur kranke Igel bringt man zu einem Tierarzt oder einer Igelstation.

Besonderheiten

  • Die Rosskastanie war die »Arzneipflanze des Jahres 2008«. Der Baum hat eine lange Geschichte als Arznei- und Nutzpflanze: Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Rosskastanie bereits in den Kräuterbüchern erwähnt und fand schnell Anwendung in der Tierheilkunde und in der Humanmedizin. Die Blätter wurden früher zu Hustentee verarbeitet. Heute wird ein Extrakt aus den Kastanien, das Aescin, bei chronischen Venenleiden eingesetzt. Auch in Sonnencremes wird dieser Stoff verarbeitet.

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Aktuelles

Jetzt schon vormerken:

Das 9. Forum zur Natur- und Umwelterziehung findet am 20./21.10.2017 im FTZ Siebeneichen statt.

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